Coole Insel

ROSA
LUXEMBURG

Rotes Schreckgespenst und europäisches Vorbild.

Ein Annäherungsversuch

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An einem Schleusentor des Berliner Landwehrkanals wurde am 31. Mai 1919, es war ein Samstag, eine aufgeschwemmte Leiche in Frauenkleidern gesichtet. Die Leiche war stark verwest, aber Spaziergänger und Hinzukommende ahnten gleich, wer hier gefunden wurde, denn eine weibliche Leiche wurde bereits seit dem 15. Januar im Landwehrkanal vermisst. Unüblicherweise war nach dieser Leiche nicht intensiv gesucht worden, weil die Behörden und die politisch Verantwortlichen kein öffentliches Interesse an ihrer Bergung sahen.
Die Polizei gab einem Schleusenarbeiter drei Mark für die Bergung – und ließ sich diese Auslage von Rosa Luxemburgs früherer Sekretärin erstatten, die auch die Leiche identifizieren musste. Nach einer 13 Tage dauernden Untersuchung konnte sie endlich beerdigt werden. Es wurde bereits die zweite Trauerfeier für Rosa Luxemburg, denn am 25. Januar war in der Massenbestattung von 32 Kampfgefährten neben Karl Liebknecht ein leerer Sarg als mahnendes Zeichen für die damals noch vermisste Leiche Rosa Luxemburgs mitbeerdigt worden.
Es waren chaotische Tage damals in Deutschland zwischen dem Kaiserreich und der neuen Republik – und zu viele tief Verunsicherte liefen mit Gewehren herum. Aber wie konnte ein so blindwütiger Hass entstehen? Wie konnte es mitten in Deutschlands Hauptstadt geschehen, dass ein deutscher Soldat von sich aus, ohne Befehl, eine wehrlose, sichtlich behinderte deutsche Mitbürgerin auf dem Rückweg von einem Verhör auf einer Hoteltreppe mit dem Gewehrkolben niederschlug, dass sein Vorgesetzter die Ohnmächtige später im Auto mit einem Kopfschuss hinrichtete und dass alle Beteiligten die Ermordete mitten in der Stadt einfach in den Kanal warfen?
Heute schwimmt die „weit voraussehende Europäerin“ Rosa Luxemburg auf einer breiten
Sympathiewelle bei vielen, die sich für links und aufgeklärt und irgendwie engagiert halten.
Im Frühjahr 1919, wenige Monate nach dem bösen Ende des von ihr leidenschaftlich bekämpften Krieges, trieb sie, erschlagen, erschossen und ertränkt, 136 Tage lang im Berliner Landwehrkanal – und Hunderttausende Deutsche haben das ganz in Ordnung gefunden: die „rote Rosa“ war zwar durch die Heirat mit einem Reichsdeutschen seit zwanzig Jahren deutsche Staatsbürgerin und auch in der deutschen Kultur selbstverständlicher zuhause als sehr viele und vielleicht sogar die Mehrheit der Mitbürger, aber für viele Deutsche war sie eine aus dem immer verdächtigen Osten gekommene ungewöhnliche Jüdin geblieben, eine unheimlich redegewandte „Frau Doktor“, die sich in alle politischen Themen jener Zeit respektlos einmischte und deshalb schon mehrfach in Gefängnissen gesessen hatte.
Man glaubte von ihr zu wissen, dass sie in Deutschland eine Revolution anstiften wollte. Bezeichnenderweise überschrieb eine große deutsche Zeitung die Meldung über ihre dreifache Ermordung:
„Die Galizierin wurde erschlagen“ – als wenn dieser Ausgrenzungsversuch geeignet gewesen wäre, darüber hinwegzutäuschen, dass diese ungewöhnliche Persönlichkeit eine von uns gewesen ist – von
uns deutsch geprägten Europäern.

* * *
Bei vielen unserer großen Künstler ist ihre herausragende Bedeutung erst nach ihrem Tod erkannt worden. Den Zeitgenossen fällt es selten auf, wenn einzelne auf ihren Spezialgebieten ihrer Zeit weit voraus sind und wenn ihre Leistungen auch im internationalen Vergleich herausragen. Viele hochbegabte Musiker, Maler und Schriftsteller lebten in Geldnot – und nach ihrem Tod machten andere mit der Nutzung ihrer Werke das große Geld – vom Nachruhm leben ja immer nur andere. Zuweilen werden aber auch Tote mächtig und einflussreich; manchmal ist gerade ihr Tod eine Wende, nicht nur für ihr eigenes Ansehen…
„Plakate mit Worten von Rosa Luxemburg haben das Ende der DDR beschleunigt“ – für viele war diese
Meldung Ende 1989 eine Ironie der Geschichte. Es ging um einen (wahrscheinlich nicht einmal druckfertig formulierten) Satz aus ihrer erst nach ihrem Tod veröffentlichten Schrift „Die russische Revolution“: „Freiheit nur für die Mitglieder einer Partei, mögen sie noch so zahlreich sein, ist keine Freiheit – Freiheit ist immer nur die Freiheit des Andersdenkenden.“
In der glücklich überlebten DDR hatte es Schulen, Kulturhäuser, Straßen und Plätze gegeben, die Rosa Luxemburgs Namen trugen. Das war in Westdeutschland undenkbar und viele Westler freuten sich über die Ehrung dieser Frau – obgleich hingenommen werden musste, dass die DDR-Machthaber sie auch für ihre Zwecke benutzten. Seit Ost- und Westdeutschland wieder vereint sind, ist fast durchgängig auch
ihr Name ausgetauscht worden. Die nach der Wende politisch Verantwortlichen wollten wohl nicht, dass junge Leute fragen: „Wer war diese Frau und was lohnt von ihr zu wissen?“
War es nicht genug, Rosa Luxemburg einmal und gleichsam in unser aller Namen umzubringen und auszugrenzen? Macht sie einigen immer noch Angst oder was fürchten sie – etwa, dass sich junge Deutsche anregen lassen, in ihre Fußstapfen zu treten, ihre Arbeit auf einigen Gebieten weiterzuführen, wo sie aufhören musste?
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Am 5. März 1871 wurde Rozalia (Roza) Luksenburg in eine jüdische Kaufmannsfamilie hineingeboren, die in der damaligen polnisch-russischen Kleinstadt Zamosz (Zamost) bei Lublin lebte und 1873 mit ihren fünf Kindern nach Warschau umzog. Roza hatte schon als Kind ein Hüftleiden, das sie zeitlebens zum starken Hinken zwang, damals orthopädisch kaum ausgleichbar und optisch nicht vertuscht werden konnte.
Ein körperlich behindertes Mädchen hat oft den Ehrgeiz, sich besonders zu behaupten und mit geistigen Erfolgen zu glänzen. Rosas Entwicklung zu einer Europäerin wurde dadurch begünstigt, dass sie im Warschauer Mädchengymnasium einen sehr guten fremdsprachlichen Unterricht hatte: außer polnisch und russisch sprach sie so gut deutsch, englisch und französisch, dass sie sich als Delegierte an internationalen Tagungen mit allen ausländischen Teilnehmern anspruchsvoll verständigen und in der jeweiligen Tagungssprache auch Reden halten konnte. Und als sie als junge Frau unter vielen erfahrenen Parteistrategen auf internationalen Kongressen Organisationspannen erlebte, wenn z.B. französische und belgische Delegierte schwungvolle Reden hielten, die nicht alle verstehen konnten, ist sie aufgesprungen und hat die Reden so ins Deutsche gebracht, dass der Saal vor Begeisterung tobte – denn sie hat bei solchen Gelegenheiten nicht nur manche Rede besser gemacht als sie war; sie hat
sich auch nicht verkniffen, mit wenigen Worten einzuflechten, dass sie selbst anderer Meinung war…
Genau damit begannen alle Probleme: Anfangs finden die Männer eine solche Frau toll, erfrischend, wunderbar anders als die wenigen altgedienten Parteifrauen – aber wenn dieses „Küken“, die erkennbar aufstrebende Tausendsassa-Frau, dann ungewohnte und doch zu eigene Meinungen vertritt, kommt die Beurteilung „Hexe“, „Schlange“ usw. erstaunlich schnell über nicht nur männliche Lippen…
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Rozas Flucht in den Westen hatte wahrscheinlich politische Gründe. Im russisch regierten Polen wurde jede und jeder an politischen Fragen auch nur Interessierte argwöhnisch überwacht und beim geringsten Verdacht der Nichtbejahung bestehender Zustände verfolgt.
Sie floh, als sie 18-jährig einen Pass erhalten hatte. Ein katholischer Priester soll ihr unter seinem Gepäck verborgen die Flucht ermöglicht haben. Roza reiste durch Deutschland sofort in die Schweiz weiter, weil sie wusste, dass in der Schweiz bereits viele sozial und politisch engagierte Osteuropäer Asyl gefunden hatten – und weil Frauen hier schon studieren konnten.
Die Eltern Luksenburg hatten ihren Kindern deutsche Literatur vermittelt; sie liebten die deutsche Klassik und waren ganz nach Westen ausgerichtet. Die Söhne besuchten deutsche Schulen – für Mädchen gab es diese Möglichkeit nicht. Es war also nahe liegend, dass Roza sich auf ein Leben in der deutschen Sprachkultur eingerichtet hat. Mitte Februar 1889 meldete sie sich in einem Vorort von Zürich mit der deutschen Fassung ihres Namens – als Rosa Luxemburg an. Mit diesem Namen wurde sie berühmt und berüchtigt.

Ihr erstes Zimmer bekam sie bei der sozialistisch gesinnten Familie Lübeck. Der Mann arbeitete schriftstellerisch und Rosa konnte sich helfend nützlich machen; sie hatte (und bekam von daheim) nur ganz wenig Geld; vermutbar durfte sie für ihre Mithilfe sehr günstig, wenn nicht kostenfrei wohnen. Und Gustav, ein Sohn dieser Familie mit deutschem Pass, wurde später ausgewählt, ihr durch eine verabredet kurze Scheinehe zur deutschen Staatsbürgerschaft zu verhelfen.
* * *
Zunächst war Rosas Herz fest in russischer Hand. Im Herbst des folgenden Jahres hatte sie ihr Studium in Zürich begonnen und, offensichtlich wissensdurstig, mehrere Fächer belegt: Philosophie, Staats- und Verwaltungsrecht, Staats- und Wirtschaftswissenschaften, Geschichte und Pädagogik. Eine ihrer Kommilitoninnen war Lou Salomé. Im Dezember dieses Jahres begegnete ihr in den Seminaren der sehr anziehend wirkende, wohlhabende russische Student Leo Jogiches. Weil er ihr weiteres Leben sehr beeinflusst hat, ihr politischen Lehrmeister, ihr Chef-Agitator, ihr Beichtvater, ihre Klagemauer – und nicht zuletzt wohl ihr erster Geliebter war, lohnt es, auch etwas über ihn zu wissen.
Jogiches stammte aus Wilna, dem „Jerusalem Litauens“; dort hatte er sich in konspirativer Arbeit geübt und politisch Verfolgten falsche Pässe und Fluchtmöglichkeiten vermittelt.
Er war einer der „freiwilligen Proletarier“, die für die vielfältig ausgenutzten Arbeiter Partei ergriffen. Jogiches sah eine moralische Verpflichtung gerade in der Unabhängigkeit, die er seinem reichen Elternhaus verdankte: er fühlte sich verantwortlich für Menschen, die zum Wohlstand anderer nur beizutragen hatten, dabei aber selbst immer ärmer wurden.
Als 16-Jähriger hatte Jogiches nach schulischem Frühabgang eine Lehre als Schmied begonnen, um sich mit den Arbeitern, denen er helfen wollte, besser verständigen zu können – und war dabei auf das unerwartete Problem gestoßen, dass die Arbeiter ihn nicht verstanden, weil sie nur Jiddisch sprachen,
das bei ihm Zuhause verpönt gewesen war. Jogiches musste sich sprachlich anpassen – wie das Rosas Vater vielen Kunden und Geschäftspartnern zuliebe auch tun musste.
*
Mit 27 Jahren konnte Rosa Luxemburg mit einer glänzenden staatswissenschaftlichen Doktorarbeit ihr Studium abschließen. Zuvor war sie aus politischem und studienbezogenem Interesse mehrmals in Paris, in London und Berlin gewesen. Im April 1898, nach schönen Urlaubswochen mit Jogiches in der
Schweiz, nahm sie die Scheinehe mit Gustav Lübeck auf sich, bekam einen deutschen Pass auf den Namen Dr. Rosa Lübeck ausgestellt und fuhr bald darauf nach Berlin. Hier wollte sie fortan leben, in innigem Kontakt mit Jogiches, der sie finanziell unterstützte und bald nachkommen wollte. Die selbstgestellte und nur mit Jogiches abgestimmte Aufgabe war die Mitarbeit in der SPD, die trotz zunehmender Erfolge politisch massiv an der Mitgestaltung der Politik gehindert wurde.
* * *
Rosas Mitstudentinnen waren weit überwiegend jüdische junge Frauen aus Russland, die in der Schweiz auflebten, ihre Freiheit auslebten und mit großem Eifer vorzeigbare Ausbildungen erreichen wollten. Viele dieser aus der russischen Enge befreiten Frauen waren auch offen für eine sexuelle Freiheit. Das Verhältnis von männlichen und weiblichen Studierenden an der Zürcher Universität war im letzten Jahrzehnt vor der Jahrhundertwende etwa 1:40. Die jungen Männer sahen sich heftig umworben. Es spricht vieles dafür, dass Jogiches mehrere Liebschaften hatte und dass Rosa mit ihrer auffälligen Behinderung eine interessante, aber kurzlebige Beute für ihn war. Rosa glaubte an eine feste Beziehung und hat es eine Weile geschafft, ihn an sich zu binden; mehr hat er wohl nie gewollt und sich von ihr dazu verleiten lassen, ihr Karriereplaner und Parteistratege zu werden – bis ihm auch diese Rolle lästig wurde, weil Rosa behauptete, alles nur für ihn zu tun – und auf ihn zu warten.
Diese hoch intelligente und sehr kritikfähige Frau verdrängte die Erkenntnis, dass ein erfolgreicher Macho wie Jogiches kaum glücklich mit einer hinkenden Gefährtin wäre, nach der sich kein Mann umdrehen würde.
Am Tag nach Rosa Luxemburgs 29. Geburtstag bedankt sie sich mit einem langen Brief an Leo Jogiches (sie nennt ihn lange zärtlich Dziodziu), der uns vieles erklärt, weil sie sich nicht scheut, offen zu sein:
„Mein lieber, geliebter Dziodziu! Ich küsse Dich tausendmal für den liebsten aller Briefe und das Geschenk, das ich noch nicht erhalten habe. Was ist nur in diesem Jahr geschehen, ich werde überschüttet, wie aus einem Füllhorn. Stell Dir vor, was ich von den Schönlanks bekommen habe: 14 Bände Goethe in Luxuseinband! Zusammen mit Deinem ist das mit einem Male eine ganze Bibliothek und meine Wirtin muss mir ein neues Regal geben, zu den zweien dazu, die ich habe!
Wie ich mich über Deine Wahl freue, kannst Du Dir wohl selber vorstellen. Rodbertus ist doch mein liebster ökonomischer Schriftsteller, den ich einfach zum geistigen Genuss hundertmal hintereinander
lesen kann. Nun, und das Handwörterbuch, das übersteigt schon meine kühnsten Träume! Mir kommt es so vor, als bekäme ich nicht ein Buch, sondern so eine Art Besitztum, so etwas wie ein Haus oder ein Stück Boden. Weißt Du, dass wir, wenn wir alles zusammenlegen, schon eine sehr schöne Bibliothek haben werden, und wenn wir uns endlich gemeinsam menschlich einrichten, dass wir dann einen verglasten Bücherschrank werden kaufen müssen.
Mein Goldener, Lieber, was für eine Freude Du mir mit Deinem Brief gemacht hast: ich habe ihn schon sechsmal von Anfang bis zum Ende gelesen. Also wahrhaftig, Du bist mit mir zufrieden! Du schreibst,
dass ich vielleicht nur so innerlich weiß, dass es dort irgendwo einen Menschen mit Namen Dziodziu gibt, der zu mir gehört!
Und fühlst Du denn nicht, dass ich alles, was ich tue, immer nur mit dem Gedanken an Dich tue: wenn ich einen Artikel schreibe, so ist mein erster Gedanke – das wird Dir Freude machen, und wenn ich Tage habe, wo ich an meiner eigenen Kraft zweifle und nicht arbeiten kann, dann nagt an mir nur der Gedanke, wie das auf Dich wirkt, ich halte mein Versprechen an Dich nicht ein, ich enttäusche Dich.
Wenn ich Beweise für einen Erfolg habe, z. B. so einen Brief von K. K(autzky), so sehe ich das einfach als meine moralische Steuer an Dich an. (…)
Nur eines fehlt mir zu meiner inneren Ruhe: Dein äußeres Leben und unser Verhältnis in Ordnung zu bringen. Du fühlst, dass ich hier nicht lange (moralisch) eine solche Stellung haben wird, dass wir ruhig
miteinander werden leben können, offen als Mann und Frau! (…)
Am meisten habe ich mich über die Stelle in Deinem Brief gefreut, wo Du schreibst, dass wir beide noch jung sind und noch imstande, auch unser persönliches Leben einzurichten. Ach Dziodziu goldener, würdest Du doch dieses Versprechen halten! … Eine kleine Wohnung für uns, unsere eigenen Möbel, unsere Bibliothek; Stille und regelmäßige Arbeit, gemeinsame Spaziergänge, von Zeit zu Zeit eine Oper, ein kleiner, sehr kleiner Kreis von Bekannten, die man manchmal zum Essen einlädt, jeden Sommer für einen Monat aufs Land fahren, aber dann ganz ohne Arbeit! … (und vielleicht noch so ein kleines, ganz winziges Baby? Wird das nie sein dürfen? Niemals? (…) Ach, Dziodziu, werde ich niemals ein Kind
haben?
Aber wir werden nie miteinander streiten bei uns daheim, nicht wahr? Bei uns muss es still und ruhig sein, wie bei alten Leuten. Nur, weißt Du, was mich ängstigt, ich fühle mich schon etwas alt und ich bin schon hässlich… (…)
Dziodziu, wenn Du 1. Deine Staatsbürgerschaft hast, 2. Dein Doktorat fertig machst, 3. Dich mit mir in
aller Offenheit in einer eigenen Wohnung niederlässt und wir beide arbeiten werden, dann wird es bei uns ideal sein! Kein Paar auf der Welt hat so wie wir alle Voraussetzungen glücklich zu sein. (…)
Waren wir nicht so viele Male glücklich, wenn wir nur etwas länger zusammengelebt haben und es dabei Arbeit gab?
Erinnerst Du Dich an Weggis? Melinde? Bougy? Weißt Du noch, dass wir die ganze Welt nicht brauchen, wenn wir uns selber nur gut vertragen? Im Gegenteil, ich habe dann nur Angst vor dem geringsten Eindringen eines fremden Menschen. (…)
…und dann ging über dem San Salvatore der Mond auf, und wir sprachen gerade in diesem Moment darüber, ob ich nach Deutschland fahren soll, wir blieben stehen und umarmten uns im Dunkeln und blickten zur Mondsichel über den Berg. Weißt Du noch? Fast spüre ich noch den Duft jenes Abends.
(…)
Ach Dziodzou, Dziodziu! Komme schon schneller, wir verstecken uns zusammen vor der ganzen Welt in zwei Zimmerchen, wir werden allein arbeiten, selber kochen und es wird so gut sein, so gut!…
Dziodziu lieber, ich umschlinge Deinen Hals und küsse Dich tausendmal, ich möchte, wie ich mir das öfters wünsche, dass Du mich auf den Händen trägst. (…)“
*
Und nur neun Monate später schreibt sie an Leo – und wir ahnen eher als die beiden hier Betroffenen, wie es mit der Liebe weitergeht:
„Lieber Dziodziu! Du bist wirklich zu komisch! Zuerst schreibst Du mir in einem äußerst gehässigen Ton und wenn ich, wie kaum anders zu erwarten, lakonisch und trocken darauf antworte, dann heißt es `Deine Postkarte ist einem Tone, der mich nicht zu ausführlichem Schreiben anregt`…
Überhaupt: merkst Du nicht, dass Deine ganze Korrespondenz systematisch ekelhafte Züge aufweist:
Ihr ganzer Inhalt ist nichts anderes als ein langweiliges, pedantisches Schulmeistern, etwa wie `Briefe eines Lehrers an seinen geliebten Schüler`.
Ich verstehe, dass Du mir kritische Bemerkungen machen willst, ich verstehe ganz allgemein deren Nutzen und sogar deren Unumgänglichkeit in bestimmten Fällen. Aber um Gottes Willen, bei Dir ist das bereits zu einer Krankheit geworden, zu einer Sucht! Nicht über eine einzige Sache, einen Gedanken, eine Begebenheit kann ich Dir schreiben, ohne in Deiner Antwort die langweiligsten, abgeschmacktesten Strafpredigten gewärtigen zu müssen. Ob es nun meine Artikel sind, meine Besuche, mein Aufenthalt bei den Winters, die abonnierten Zeitungen, meine Kleider, die familiären Beziehungen…
(…)
Das alles ist die Folge Deiner alten Sucht, die ich von Anfang an in Zürich zu spüren bekommen habe und die unser Zusammenleben so gründlich verdorben hat, nämlich Deine mentorhaften Allüren, die Dich veranlassten, mich unablässig und in allem zu belehren und meinen Erzieher zu spielen. (…)“
*
Es hat nicht gut gehen können mit den beiden; der Bruch hat sich noch Jahre hingezogen und sie kamen durch ihre Arbeit nicht ganz auseinander, nur: ihre Sehnsucht als Frau wollte Rosa Luxemburg nicht mehr bei ihm stillen. Aber auch mit anderen Männern machte sie es sich oder hatte sie es schwer. Das ganz normale, kleine Familienglück, für das sie vieles zu opfern bereit gewesen war, blieb ihr versagt.
Der Ersatz war ihre Arbeit, die Arbeit für „die Sache“, die sie so wichtig und ihr Leben ausfüllend nahm, bis ihr selbst aufging, dass so etwas fragwürdig werden muss.
*
Sie war Mitglied der SPD geworden und hatte nicht vor, ein einfaches Mitglied zu bleiben. Sie suchte und fand über die Deutsche Sozialdemokratische Partei hinaus Kontakt zu osteuropäischen Schwesterparteien und ließ sich auch von ihnen Mandate übertragen. Rosa Luxemburg war zwischen 1899 und 1913 auf zehn SPD-Parteitagen präsent und auf fünf Internationalen Sozialistenkongressen; sie machte vier Agitations- und Wahlreisen und fünf Auslandsreisen und arbeitete von 1904 bis 1914 im Internationalen Sozialistischen Büro mit.
Ihre liebste Aufgabe aber fand sie 1907 als Dozentin in der Berliner Parteischule. Bis zum Krieg war sie eine begeisterte und sehr geliebte Lehrerin für lernwillige, aber schulisch zu kurz gekommene weibliche und männliche Genossen. Nebenprodukte dieser Tätigkeit waren etliche Publikationen.
Die kleine, wenig belastbar wirkende Frau, war für alles zu gebrauchen und zu gewinnen, für den Wahlkampf wie für das unermüdliche Schreiben von Artikeln, für strapaziöse Reisen über Land wie für die Teilnahme an langweiligen Sitzungen, bei denen überwiegend ältere, biertrinkende und von ihrer Bedeutung durchdrungene Männer endlos palaverten – sie hatte ja Zeit, sie hatte keine Familie – und es sah sogar so aus, als bemühe die sich, ein „Loch in ihrem Leben“ mit Arbeit zu füllen.
* * *
Rosa Luxemburg war immer für Überraschungen gut und es war ihre Art, sich über alles eine eigene Meinung zu bilden und festzustellen, dass sie ziemlich häufig von der allgemein verbreiteten abwich.
Das sprach sie dann mit einer Offenheit aus, die viele verletzend fanden.
Kritik erntete sie reichlich und gerade aus den eigenen Reihen. Eine Gewerkschaftszeitung fühlte offenbar ausreichende Rückendeckung für die plumpe Aufforderung, doch nach Russland zurückzugehen und dort ihren revolutionären Eifer zu befriedigen.
Dahinter stand die hilflose Reaktion mancher Machos, die ihren verbalen Attacken nicht gewachsen waren (und wer war das schon!); andererseits schlug ihre Verbitterung über mieses Verhalten einiger Genossen einfach zurück – und, wenn schon, denn schon, gern etwas kräftiger. Sie schubste so manche Parteigröße vom (manchmal selbst mitaufgebautem) Denkmalssockel und ging mit Marx und Lenin ebenso schonungslos um wie mit ihren engeren Parteifreunden.
Trotz vieler Aktivitäten war Rosa Luxemburg in vielem unterfordert, das spürte sie – und ließ es alle spüren – vielleicht unbewusst, aber ungerechterweise. Hatte sie sich doch das falsche Land ausgesucht, als sie Deutschland wählte? Französische Freunde hatten das früh so gesehen und ihr gesagt: „Bei uns hätten Sie ganz andere Möglichkeiten.“
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Ich finde die Frage sinnvoll, welche Chance sie heute unter uns hätte – und wir bei ihr (wenn sie sich überhaupt noch einmal für ein deutschsprachiges Land entscheiden würde).
Ich bin sicher, dass sie heute andere Ziele sähe, andere Wege und andere Möglichkeiten. Ganz sicher wäre sie eine Favoritin der Medien und sie wüsste sie zu nutzen. Eine Frau mit ihrem apartem Aussehen, elegant und mutig modebewusst, mit ihren vielen Begabungen, mit ihrer Ausstrahlung, ihrem nie unterdrücktem, slawischem Temperament, mit der unglaublichen Rednerbegabung, vielsprachig, rundum gebildet, witzig, frech, furchtlos, volksnah, herzlich, mit sprudelnden Einfällen – ihre Mitarbeit in den ersten Reihen wäre nicht nur ein Gewinn für amnesty international, Greenpeace und die Gesellschaft für bedrohte Völker, sie hätte – bei welchem Sender sie wollte – zur besten Sendezeit eine eigene Sendereihe, die dann nicht nur für ein deutsches Millionenpublikum attraktiv wäre und in der Rosa L. übrigens bei weitem nicht nur politische Themen unkonventionell „rüberbringen“ würde…
Ganz besonders spannend wäre Aufklärung über die nahe liegende Frage, zu welcher politischen Partei sie sich bekennen würde und ob die sie dann auch aushalten und halten könnte. Eine andere Frage ist, wie Judenhasser und Rechtsradikale mit ihr umgehen würden, denn sie würde sie auch heute herausfordern. Und: Wenn sie angegriffen werden würde: wer würde ihr beistehen – und wie und wie lange?
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Rosa Luxemburg war ein unruhiger Mensch – unruhig wie einer, der ahnt, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt. Sie hat sich wenig gegönnt und zu viel abverlangt. Ihre wenigen Mußestunden verbrachte sie lesend, Briefe schreibend, oft auf dem sonnigen Balkon (sie war eine ungewöhnlich einfühlsame Briefschreiberin; ihre Briefe sind Kostbarkeiten), im Spiel mit ihrer Katze, auf einsamen Spaziergängen, in Gesprächen mit Freundinnen.
Wann hatte sie schon einmal Zeit für ein Konzert, für einen Theaterabend, für die Oper, für einen Künstlerball (endlich mal unerkannt – ihre auffällige Nase unter einer Maske verborgen!) – ihre Arbeit, die Partei, die Sozialistische Internationale, DIE SACHE – hatte immer Vorrang.
Mensch-sein konnte sie paradoxerweise am leichtesten im Gefängnis. Dort brach auf, was in ihr zugeschüttet war. Die Gefängnisdirektorinnen mochten diese Gefangene, die nur lesen, schreiben, Vögel und Käfer beobachten und die Pflanzen im Gefängnishof und vor ihrem Gitterfenster im Jahreswechsel erleben und beschreiben wollte. Dass sie neben ihrer großen Korrespondenz noch politische Schriften verfasste, ging mehr die Zensurstelle etwas an, die allerdings viel Arbeit mit ihr hatte.
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Als Schulkind hatte Rosa auf Wunsch ihres Vaters dem deutschen Kaiser ein eigenes Begrüßungsgedicht gewidmet. Er hat es ihr schlecht gedankt. 1904 hatte sie in einer Rede Wilhelm II. zu meinen gewagt: „Der Mann, der von der guten und gesicherten Existenz der deutschen Arbeiter spricht, hat von den Tatsachen keine Ahnung.“ Für diesen die Majestät beleidigenden Hinweis wurden ihr drei Monate Gefängnis verhängt. Spione, Zuträger und Denunzianten gab es überall.
1906 wurde sie während eines Aufenthaltes in Warschau, der außer ihrer Familie auch der Stärkung polnischer Genossen galt, verhaftet und vier Monate festgehalten, vermutbar wegen „Staatsgefährdung“ und als Abschreckung.
1907 hatte sie öffentlich die Frage eines Massenstreiks angesprochen – die politisch äußerst streng urteilende und inzwischen auf die als hochverdächtig Geltende gut eingestellte Justiz verhängte zwei Monate Gefängnis wegen „Aufreizung zur Gewalttätigkeit“.
1913 hatte sie auf einer Versammlung in Frankfurt gerufen: „Wenn uns zugemutet wird, die Mordwaffe gegen unsere französischen oder anderen ausländischen Brüder zu erheben, so erklären wir: „Nein, das tun wir nicht!“ – Ihre Strafe: Ein Jahr Gefängnis wegen „Hoch- und Landesverrats“. 1915 wurde sie wegen „Hoch- und Landesverrats“ verhaftet und inhaftiert. Nach der Verbüßung im offiziell so bezeichneten Weibergefängnis Berlin und nach fünf Monaten Freiheit wurde sie im Juli 1916 in „Schutzhaft“ genommen und bis November 1918 in der Festung Wronke (Provinz Posen) und dann im Gefängnis Breslau gefangen gehalten.
Das Reichsgericht hatte zuvor eine vorzeitige Haftentlassung aus Gesundheitsgründen abgelehnt.
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Rosa Luxemburg hat sich während des im August 1914 von Deutschland ausgelösten Krieges von der inkonsequenten Haltung der Mehrheitssozialisten distanziert, die die Finanzierung des Krieges mitgetragen haben. Mit dem politischen Publizisten Franz Mehring und mit Karl Liebknecht, ihrem langjährigen Mitstreiter gegen den Krieg, der wegen einer Antikriegsdemonstration ins Zuchthaus kam, gründete sie 1916 (während der kurzen Zeit in Freiheit) eine antimilitaristische Gruppierung, den späteren Spartakusbund.
Der sinnlose Krieg machte dann vieles sinnlos, Ein Mensch, der ihr sehr wichtig war, ein ganz anderer
Mann als Leo Jogiches, aber einer, der ihrer Seele und ihrem Geist guttat, der Arzt Hans Diefenbach, wurde ihr im Kriegsherbst 1917 entrissen. Diese Wunde schloss sich nicht mehr.
*
Sie ging auf die Fünfzig zu, Ihr Gesicht wurde schöner, durchgeistigter; ihre Augen beeindruckten die Menschen noch stärker als früher schon; aber das Gefängnis hatte ihre Gesundheit angegriffen; ihr verkürztes Bein schmerzte stärker, seit sie wieder viel gehen musste.
Schlimmer war die Erkenntnis, dass ihre großen politischen und ihre kleinen privaten Träume unerfüllbar zu sein schienen. Sie hatte sich auch in ihrem Sozialverhalten sehr verändert: Sie kapselte sich ab und
litt selbst unter dieser Isoliertheit. In solcher Verfassung sind alle anfällig, Fehler zu machen. Die erduldeten Demütigungen, die Verletzungen und die Leidenszeiten haben alles schwerer gemacht. Sie gefährdete lange und innige Freundschaften; die für sie lebenswichtigsten zerbrachen – durch ihre Schuld. Menschen, die sie liebten und bewunderten, verstanden sie nicht mehr und gingen hilflos auf Distanz…
Besonders in ihrer letzten Haftzeit war sie hart geworden und nicht mehr kompromissbereit. Und sie hatte den Blick für die deutsche Wirklichkeit verloren – das mag ja auch ein Ziel des Staates gewesen sein, mit dem sie sich nicht mehr identifizieren mochte, den sie bekämpfen musste. Wir sehen sie nach ihrer überfälligen Haftentlassung in Entwicklungen verstrickt, die sich verselbständigten und ins Chaos zu führen drohten.

Rosa Luxemburg hatte nach der Abdankung des Kaisers eine hektisch veränderte, explosive Parteienlandschaft vorgefunden. Die lange angebahnte Trennung von der SPD wurde schmerzhaft scharf vollzogen. Sie gestaltete die Gründungsversammlungen der KPD mit und geriet, mehr getrieben als treibend, 1919 in die Januar-Unruhen.
Wegen der ihr wieder drohenden Verhaftung musste sie ständig die Wohnungen wechseln – Hotels hatten ihr schon früher die Aufnahme verweigert -, lehnte aber unvernünftig trotzig einen Schutz durch Anhänger wie den Rückzug aufs Land ab – und wirkte wie erleichtert, als sie bei Freunden am Abend des 15. Januar durch Männer in Ledermänteln abgeholt wurde.
Nicht ihre Aufgabe, aber ihre Zeit war an diesem Abend erfüllt. Fast zeitgleich mit ihr wurde Karl Liebknecht ermordet; Leo Jogiches am 17. Mai, als Rosa Luxemburgs Leiche noch im Wasser trieb.

Verwendete Literatur:
Rosa Luxemburg: Gesammelte Werke; hrsg. Von Clara Zetkin / Adolf Warski, Berlin 1925
Rosa Luxemburg: Ausgewählte Reden und Schriften, 1. Band, Berlin 1955
Rosa Luxemburg: Ich war, ich bin, ich werde sein! Berlin 1958
Rosa Luxemburg: Ich umarme Sie in großer Sehnsucht, Briefe aus dem Gefängnis 1915-1918, Berlin-Bonn 1984
Rosa Luxemburg: Das Menschliche entscheidet. Briefe an Freunde (Mathilde Wurm, Hans Diefenbach,
Luise Kautsky, Marta Rosenbaum, Gertrud Zlottko und an eine Unbekannte, München 1958
Institut für Marxismus-Leninismus (Hrsg,): Rosa Luxemburg im Kampf gegen den deutschen Militarismus,
Prozessberichte und Materialien 1913-1915, Berlin 1960
Helga Grebing: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, München 1966
Otto-Ernst Schüddekopf: Herrliche Kaiserzeit, Deutschland 1871-1914, Frankfurt am Main 1973
Verena Stadler-Labhart: Rosa Luxemburg an der Universität Zürich 1889-1897, Zürich 1978
Ossip K. Flechtheim: Rosa Luxemburg zur Einführung, Hamburg 1985
Giselher Schmidt: Rosa Luxemburg, Sozialistin zwischen Ost und West, Göttingen-Zürich 1988
Frederic Hetmann (Hrsg,): Rosa Luxemburg. Ein Leben für die Freiheit. Reden, Schriften, Briefe,
Frankfurt am Main 1990
Willy Brandt: Rosa Luxemburg, in: Hans Jürgen Schultz (Hrsg.): Es ist ein Weinen in der Welt, Hommage für
deutsche Juden, Stuttgart 1990
Elsbieta Ettinger: Rosa Luxemburg, ein Leben, deutsche Ausgabe, Bonn 1990
Norman Geras: Rosa Luxemburg, Kämpferin für einen emanzipatorischen Sozialismus, deutsche Ausgabe,
Berlin 1979 / Karlsruhe 1996
Luise Kautsky: Rosa Luxemburg, Ein Gedenkbuch. Karlsruhe 1998
Max Gallo: Rosa Luxemburg, München 2001
Helmut Hirsch: Rosa Luxemburg, Einbek 2002
Die zitierten Briefe entnahm ich: Rosa Luxemburg. Ein Leben für die Freiheit, Reden, Schriften, Briefe, Ein
Lesebuch, hrsg. Von Frederic Hetmann, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1980, Ausgabe Jan. 1990.
Angaben zur Quelle im genannten Buch.
Brief an Leo Jogiches vom 6. 3. 1899: Zitiert nach: Z Pola Walki, Nr. ½ (22.u.23), 1963, S. 336 ff. Bei diesem Brief
fehlt der Hinweis auf die deutsche Übersetzung; im Literaturverzeichnis des genannten Bandes steht aber: „Der
Herausgeber dankt Herrn Dr. Th. Kostek für die Übersetzung einiger Briefe von Rosa Luxemberg aus dem
Polnischen.“
Brief an Leo Jogiches com 13. Januar 1900: Zitiert nach: Roza Luksenburg, Listy do Leona Jogichesa-Tyski, Band
2, 1968/71, S. 17, übersetzt von Th. Kostek

© Helmut W. Brinks, 2004

ROSA
LUXEMBURG

Rotes Schreckgespenst und europäisches Vorbild.

Ein Annäherungsversuch

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